Ergonomischer Bürostuhl

Ein ergonomischer Bürostuhl besitzt zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten, um ihn individuell an die körperlichen Bedürfnisse des Sitzenden anpassen zu können. Neben einer aufrechten Sitzhaltung sorgt er für ausreichend Bewegung bei der Arbeit. In diesem Ratgeber stelle ich Ihnen zwei Bürostühle vor, die großen Wert auf Ergonomie legen.

Ergonomischer BürostuhlNowy Styl

Der Testsieger der Stiftung Warentest mit bester Handhabung:

  • Zertifikate: GS- und TÜV-geprüft
  • Synchronmechanik: rückengerecht
  • Lordosenstütze: höhenverstellbar
  • Komfortabel: gepolsterte Sitzfläche
  • 3D-Armlehnen: Höhe, Breite, Tiefe
  • Bodenschonend: Universalrollen
Bei Amazon bestellen

 

Der Bürostuhl im Überblick

Testsieger der Stiftung Warentest

Die Stiftung Warentest ist eine gemeinnützige Verbraucherorganisation, die Produkte unter Laborbedingungen testet. In einem Test von 13 Bürostühlen zwischen 150 – 300 € geht der Nowy Styl als klarer Testsieger hervor. Laut Testbericht wurden verschiedene Kategorien geprüft, z.B. der Sitzkomfort und die Haltbarkeit. Der Bürostuhl besitzt außerdem ein TÜV-Zertifikat und das GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit.

Ergonomische Einstellungsmöglichkeiten

Die Lordosenstütze kann individuell in der Höhe eingestellt werden, je nachdem, wie groß Sie sind. Die Lendenwirbelsäule wird bestmöglich stabilisiert, sodass Sie ergonomisch korrekt sitzen. Der Gegendruck der Rückenlehne kann individuell an das Körpergewicht angepasst werden. Die Lehne ist zudem atmungsaktiv, sodass Sie im Sommer weniger schwitzen.

Lehne mit Synchronmechanik

Der Bürostuhl besitzt eine Synchronmechanik, die für ausreichend Bewegung bei der Arbeit sorgt. Im Gegensatz zur einfachen Wippmechanik bewegt sich die Lehne beim anlehnen etwas weiter zurück als der Sitz. Der Winkel zwischen Ober- und Unterkörper vergrößert sich, sodass verschiedene Muskelgruppen abwechselnd beansprucht werden. Sie vermeiden damit Verkrampfungen und beugen Rückenschmerzen vor.

Bequem und leise

Der Sitz ist komfortabel gepolstert, sodass Sie problemlos 8 Stunden und länger darauf sitzen können. Er lässt sich stufenlos in der Höhe anpassen. Die Armlehnen sind in der Höhe, Breite und Tiefe einstellbar. Die Rollen sind laufruhig und für alle Fußböden geeignet. Sie müssen als nicht extra Hart- oder Weichbodenrollen kaufen. Die Rollen sind bodenschonend, sodass auch empfindliche Fußböden nicht zerkratzen.

Bürostuhl ergonomischSihoo

Ergonomischer Bürostuhl mit Kopfstütze und verstellbarer Lordosenstütze:

  • Kopfstütze: Kopf bequem ablegen
  • Lordosenstütze: höhenverstellbar
  • Sitz: Höhe verstellbar, 360° drehbar
  • Qualität: geprüfte Gasdruckfeder
  • Belastbar: trägt Gewicht bis 150 kg
  • Rollen: laufruhig, bodenschonend
Bei Amazon bestellen

 

Der Bürostuhl im Überblick

Rückenlehne mit Kopfstütze

Die Lehne hat eine integrierte Lordosenstütze, die um 5 cm in der Höhe und 3 cm in der Tiefe verstellbar ist. Sie passt sich der natürlichen S-Form der Wirbelsäule an und sorgt für die nötige Stabilität. Der Gegendruck der Lehne kann an das Körpergewicht angepasst werden. Die Kopfstütze ist um 10 cm in der Höhe verstellbar. Sie kann um 45° nach oben und unten rotieren.

Ergonomischer Sitz

Der Sitz ist bequem gepolstert und behält auch nach vielen Stunden seine Form. Sie nehmen eine aufrechte und rückenschonende Sitzhaltung ein. Die Vorderkante des Sitzes ist abgerundet und weich, um den Druck auf die Oberschenkel zu reduzieren. Der Sitz und die Armlehnen sind um 10 cm in der Höhe verstellbar. Für ausreichend Bewegung kann der Sitz um 360° gedreht werden.

Hohe Stabilität

Der Bürostuhl kann bis zu 150 kg belastet werden. Möglich macht dies der robuste Stahlrahmen und das stabile Fußkreuz. Die Gasdruckfeder ist nach BIFMA und SGS geprüft und dämpft Stöße beim Hinsetzen und Aufstehen. Die Kunststoff-ummantelten Rollen laufen leise über den Fußboden.

Anforderungen an einen ergonomischen Bürostuhl

Was bedeutet „Ergonomie“?

Der Begriff „Ergonomie“ stammt aus dem altgriechischen und setzt sich aus den Wörtern „ergon“ (Arbeit) und „nomos“ (Regel) zusammen. Frei übersetzt bedeutet Ergonomie also „Regel der Arbeit“. Ziel ist eine gesundheitsfördernde Gestaltung des Arbeitsplatzes, damit der Arbeitende seine Tätigkeit über einen langen Zeitraum ausführen kann. Wichtig ist, dass sich die Arbeitsumgebung an die körperlichen Bedürfnisse anpasst, nicht andersherum.

Wann ist ein Bürostuhl „ergonomisch“?

Der Begriff „ergonomisch“ ist rechtlich nicht geschützt. Es gibt demnach keine eindeutige Definition, wann ein Bürostuhl als ergonomisch bezeichnet werden darf und wann nicht. Da jeder Mensch unterschiedliche Körperproportionen hat, ist die wichtigste Eigenschaft eines ergonomischen Bürostuhls, dass man ihn individuell anpassen kann.

Neben einer Vielzahl an Einstellungsmöglichkeiten muss er für ausreichend Bewegung am Arbeitsplatz sorgen. Im Folgenden erfahren Sie, welche Eigenschaften ein ergonomischer Bürostuhl vorweisen muss und worauf Sie beim Kauf achten müssen:

1. Rückenlehne
2. Sitz
3. Weitere Merkmale
4. Gütesiegel und Normen

1. Rückenlehne

  • Höhe: Sie sollte bis zu den Schultern reichen, damit der gesamte Rücken entlastet wird. Bei manchen Modellen kann die Lehne in der Höhe verstellt werden, damit auch große Menschen rückengerecht sitzen. Gute Bürostühle haben eine höhenverstellbare Lordosenstütze, sodass eine Höhenverstellbarkeit der Lehne nicht notwendig ist.
  • Lordosenstütze: Die Wirbelsäule ist S-förmig gekrümmt, um Stöße abzufedern und die Bandscheiben zu schützen. Als Lordose bezeichnet man die Krümmung des unteren Teils der Wirbelsäule. Dieser Bereich ist besonders hohen Belastungen ausgesetzt, da sich hier der Körperschwerpunkt befindet. Eine in der Rückenlehne eingebaute Lordosenstütze sorgt für Entlastung, indem Sie den Rücken anatomisch nachformt. Sie befindet sich ungefähr auf Höhe der Gürtellininie und sollte in der Höhe verstellbar sein, optional auch in der Tiefe.
  • Gegendruck: Das Zurücklehnen muss ohne Kraftaufwand möglich sein, gleichzeitig muss die Lehne ausreichend Stabilität bieten. Der Gegendruck muss individuell an das Körpergewicht angepasst werden. Dies ist besonders wichtig für schwere Personen.
  • Kopfstütze/ Nackenstütze (optional): Ein Bürostuhl mit Kopfstütze sorgt dafür, der Schulter- und Nackenbereich entlastet wird. Sie eignet sich besonders für Personen, deren Kopf frei in der Luft hängt. Die Kopfstütze sollte in der Höhe und Neigung verstellbar sein. Genauso eignet sie sich für Menschen, die schnell zu Verspannungen neigen oder die bereits Vorschädigungen der Halswirbelsäule haben.
  • Wippfunktion: Menschen haben einen natürlichen Bewegungsdrang. Eine Wippfunktion fördert Bewegungen, indem verschiedene Sitzpositionen eingenommen werden. Die Muskulatur wird abwechselnd belastet und damit besser durchblutet.
Varianten der Wippfunktion

Am gesündesten ist eine Synchronmechanik, bei der sich der Winkel zwischen Lehne und Sitz beim Zurücklehnen vergrößert. Bei der Wippmechanik bleibt der Winkel hingegen immer 90°. Weniger häufig anzutreffen ist die Permanentmechanik, bei der sich nur die Lehne nach hinten bewegt, während der Sitz starr bleibt. Dabei kommt es zum sogenannten Hemdauszieheffekt, bei der das Hemd aus der Hose herausrutscht.

Manche Modelle haben eine Liegefunktion, bei der die Lehne in eine 135°-Liegeposition gebracht werden kann. Derartige Bürostühle eignen sich ideal für eine Pause oder einen Mittagsschlaf.

2. Sitz

  • Höhe verstellbar: Mithilfe der Gasdruckfeder kann der Sitz stufenlos in der Höhe verstellt werden. Stellen Sie ihn so ein, dass der Winkel zwischen den Ober- und Unterschenkeln 90° beträgt. Der Verstellhebel unter dem Sitz sollte leicht zugänglich und einfach bedienbar sein. Kleinen Personen, die mit den Füßen nicht auf den Boden kommen, hilft eine Fußstütze, die den Höhenunterschied ausgleicht.
  • Tiefe verstellbar: Große Personen mit langen Oberschenkeln brauchen eine größere Sitzfläche, als kleine Personen mit kurzen Beinen. Eine Sitztiefenverstellung ist daher besonders für Frauen empfehlenswert, die durchschnittlich kleiner sind als Männer. Alternativ gibt es auch spezielle Bürostühle für Frauen.
  • Neigung verstellbar: Der Sitz sollte leicht geneigt sein, um den Blutfluss in den Beinen zu fördern. Das Becken wird leicht nach vorne geschoben und die Wirbelsäule nimmt ihre natürliche S-Haltung ein. Damit vermeiden Sie einen Rundrücken durch eine krumme Sitzhaltung. Bei manchen Modellen ist die Sitzneigung sogar verstellbar.
  • Polsterung: Die Polsterung sollte nicht zu hart und nicht zu weich sein. Es dürfen keine dauerhaften Sitzmulden entstehen, die die Hüfte fixieren und die Bewegungsfreiheit einschränken. Achten Sie auf eine ergonomische Form, die für eine optimale Verteilung des Körpergewichts sorgt und die Belastung des Rückens reduziert.
  • Weiche Vorderkante: Die Sitzvorderkante sollte weich gepolstert sein, damit der Blutfluss in den Beinen nicht unterbrochen wird. Der Sitz darf sich beim Zurücklehnen nicht anheben, damit kein Druck auf die Unterschenkel entsteht. Achten Sie darauf, dass zwischen der Vorderkante und den Kniekehlen etwa 2-3 cm Platz ist.
  • 360° drehbar: Wer sich am Arbeitsplatz viel bewegen muss, braucht eine Sitzfläche, die sich rundherum drehen kann. Diese Funktion gehört für gewöhnlich zur Grundausstattung eines Bürostuhls.
Mit oder ohne Armlehnen?

Wenn Sie einen Bürostuhl für die tägliche Büroarbeit suchen, brauchen Sie Lehnen, um die Arme bequem abzulegen. Der Schulter- und Nackenbereich wird entlastet und Sie fördern eine gesunde Sitzhaltung. Armlehnen sind außerdem praktisch zum Abstützen beim Aufstehen und Hinsetzen.

Auf jeden Fall sollten die Armlehnen in der Höhe verstellbar sein, optional auch in der Breite, Länge und im Winkel. Neben Bürostühlen mit Armlehnen gibt es Bürostühle ohne Armlehnen, wenn Sie nur wenige Stunden pro Tag im sitzen verbringen und sich häufiger bewegen müssen.

3. Weitere Merkmale

  • Fußkreuz: Das Fußkreuz verbindet die Rollen mit der Gasfeder und besteht meist aus Kunststoff oder Metall. 5 Füße sorgen für eine hohe Stand- und Kippsicherheit. Früher hatten Bürostühle nur 4 Füße, daher auch die Bezeichnung Fuß-„Kreuz“.
  • Rollen: Es gibt Weichbodenrollen, z.B. für Teppiche, und Hartbodenrollen, z.B. für Parkett, Laminat, PVC und Fliesen. Kaufen Sie stets hochwertige Rollen, die den Boden schonen, leise sind und nach kurzer Zeit nicht zu quietschen anfangen. Manche Rollen sind mit Bremsen ausgestattet, damit der Bürostuhl nicht versehentlich verrutscht, besonders auf glatten Böden. Es gibt alternativ auch Bürostühle ohne Rollen, wenn Sie sich am Arbeitsplatz seltener fortbewegen müssen.
  • Tragfähigkeit: Die Belastbarkeit des Bürostuhls sollte mindestens 120 kg betragen. Beim Aufstehen und Hinsetzen wird zusätzlich Kraft auf den Bürostuhl ausgeübt, daher sollte man nicht nur vom eigenen Körpergewicht ausgehen. Bei einem hohem Körpergewicht, z.B. bis 200 kg, brauchen Sie einen XXL-Stuhl. Ein Bürostuhl für Übergewichtige besteht aus robustem Material und sorgt für eine hohe Stabilität.
  • Design: Das Design sollte passend zur Büroeinrichtung abgestimmt sein. Es gibt verschiedene Bezugs-Materialien. Sehr beliebt sind Bürostühle mit Netz, die Büros lockerer erscheinen lassen. Der strapazierfähige Mesh-Stoff ist atmungsaktiv und sorgt für eine angenehme Luftzirkulation am Rücken. Am häufigsten anzutreffen Sie Bürostühle mit Stoffbezug, die es in vielen verschiedenen Farben zu kaufen gibt. Bürostühle mit Kunstleder oder Echtleder sind eher seltener anzutreffen.
  • Materialqualität: Laut Abschreibungstabelle des Bundesfinanzministeriums muss ein Bürostuhl nach durchschnittlich 13 Jahren ausgetauscht werden. Umso hochwertiger das verwendete Material und die Verarbeitung, desto länger ist die Lebensdauer. Achten Sie beim Kauf auf Garantien des Herstellers oder Händlers. Umso länger die Garantie, desto besser ist meist die Qualität. Prüfen Sie auch, ob der Hersteller eine Service-Hotline und einen Ersatzteil-Service anbietet.
  • Bedienung: Die Bedienung des Bürostuhls muss leicht und intuitiv sein, ohne lange nachdenken zu müssen. Achten Sie auf eine leichte Erreichbarkeit der Verstellhebel, insbesondere für die Höhenverstellung. Vor der Erstnutzung sollten Sie sich die Bedienungsanleitung ausführlich durchlesen und sich vom Verkäufer einweisen lassen.
Was kostet ein ergonomischer Bürostuhl?

Aufpreis für Premium-Marken

Günstige Bürostühle gibt es bereits für rund 100 €, teure Modelle von Premium-Marken kosten gut und gerne 1.000 € und mehr. Ab einem bestimmten Preis zahlen Sie auch einen Aufpreis für die Marke, es muss also nicht unbedingt das teuerste Modell sein. Bekannte Hersteller ergonomischer Bürotühle sind Dauphin, HAG, Interstuhl, Löffler, Sedus, Steelcase, Viasit, Vitra, Wagner und Wilkhahn.

Kosten für einen ergonomischen BürostuhlUmso mehr ergonomische Funktionen der Bürostuhl besitzt, desto mehr müssen Sie bezahlen. Entscheiden Sie sich für die Funktionen, die Ihnen wichtig sind und prüfen Sie anschließend, welcher Bürostuhl diese Anforderungen erfüllt. Ein zusätzlicher Indikator ist die empfohlene Sitzdauer des Herstellers. Man unterscheidet zwischen 4h, 8h und 24h mit jeweils unterschiedlichen Ausstattungsmerkmalen.

Investieren Sie in Ihre Mitarbeiter

Als Arbeitgeber sollte man die scheinbar hohen Anschaffungskosten nicht scheuen, sondern vielmehr als Investition in die Gesunderhaltung der Mitarbeiter betrachten. Sie vermeiden teure Ausfallzeiten durch mehrwöchige Erkrankungen, die deutlich höhere Kosten verursachen. Gesunde Mitarbeiter sind zudem zufriedener und produktiver.

Wer übernimmt die Kosten?

Es ist die Pflicht des Arbeitgebers, den Mitarbeitern einen ergonomischen (!) Bürostuhl zur Verfügung zu stellen. Bei bestimmten gesundheitlichen Beeinträchtigungen brauchen Mitarbeiter hingegen einen orthopädischen (!) Bürostuhl. Im Unterschied zu einem ergonomischen Bürostuhl besitzt dieser eine bewegliche Sitzfläche und oftmals eine geteilte Rückenlehne. Unter bestimmten Voraussetzungen können Sie einen Zuschuss bei der Deutsche Rentenversicherung (DRV) bis zu 1.305 € beantragen.

Wie beantragt man eine Förderung?

Anspruch auf eine Förderung haben Sie bei Morbus Bechterew, Skoliose, Kyphoskoliose, Hüft- und Kniearthrodese, Girdlestone-Hüfte und Spondylodese. Sie brauchen ein ärztliches Attest, um einen Bürostuhl auf Rezept kaufen zu können.

Mit der Verordnung holen Sie einen Kostenvoranschlag für einen orthopädischen Bürostuhl in einem Fachgeschäft ein. Es gibt zahlreiche Händler mit viel Erfahrung, bei denen Sie Bürostühle probesitzen und vor Ort testen können: Berlin, München, Hamburg, Köln, Düsseldorf, Stuttgart und Dresden. Verzichten Sie hingegen auf gebrauchte Stühle von Ebay Kleinanzeigen oder billige Modelle von Ikea, Aldi oder Real.

Den Antrag auf Kostenübernahme reichen Sie bei der Deutschen Rentenversicherung ein. Fragen Sie parallel auch bei der Krankenkasse und der Berufsgenossenschaft nach einer Förderung, insbesondere dann, wenn eine andere Erkrankung vorliegt.

4. Normen und Gütesiegel

Ergonomie - Normen und Gütesiegel

  • Arbeitsschutzgesetz: Laut §5 ArbSchG muss der Arbeitgeber gewährleisten, dass der Arbeitsplatz keine Gefahr für den Arbeitnehmer darstellt. Gefahrenquellen sind falsche Arbeitsmittel (z.B. kein ergonomischer Bürostuhl), falsche Arbeitsabläufe oder eine fehlende Unterweisung. Die Maßnahmen im Arbeitsschutzgesetz sorgen für Sicherheit und den Gesundheitsschutz.
  • Arbeitsstättenverordnung: Hier werden die gesetzlichen Vorschriften geregelt, wie ein Arbeitsplatz eingerichtet sein muss, um Gefährdungen auszuschließen.
  • VBG: Die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft ist Träger der gesetzlichen Unfallversicherung und hat eine Checkliste mit Empfehlungen zum Kauf eines ergonomischen Bürostuhls herausgegeben.
  • DIN: Für Bürostühle gelten die DIN-Normen EN 1335, EN 1728, SPEC 1133 und 455. Eine detaillierte Übersicht finden Sie auf din.de und bei Wikipedia.
  • GS-Zeichen: Ein Bürostuhl mit dem GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit erfüllt alle Mindestvorschriften des Produktsicherheitsgesetz (ProdSG). Es garantiert Standsicherheit, Festigkeit und Dauerbelastbarkeit.
  • Quality Office: Hierbei handelt es sich um Leitlinien eines Zusammenschlusses mehrerer Institutionen, darunter das Deutsche Institut für Normung (DIN), die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) und die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). In den Leitlinien sind neben den gesetzlichen Anforderungen zusätzliche Ergonomie- und Produktqualitäts-Kriterien aufgeführt.
  • TÜV Rheinland: Das Logo Ergonomie-geprüft vom TÜV bescheinigt die Einhaltung der gesetzlichen Mindestanforderungen sowie weitere ergonomische Kriterien.
  • AGR-Gütesiegel: Das Gütesiegel attestiert eine rückengerechte Konstruktion und die Einhaltung der gesetzlichen Mindestanforderungen.
  • BIFMA: Die Gasdruckfeder, die für die Höhenverstellung des Sitzes zuständig ist, wird vom American National Standards Institute (ANSI) nach BIFMA zertifiziert.
  • SGS: Die SGS ist ein Schweizer Warenprüfkonzern, der Bürostühle hinsichtlich Sicherheit überprüft und das SGS-Logo vergibt.
Das passiert, wenn Sie nicht ergonomisch sitzen

Immer mehr Büroarbeit

18 Mio. Menschen arbeiten in Deutschland im Büro, die meisten davon rund 8 Stunden am Tag. Im Durchschnitt verbringen sie rund 80.000 Stunden Ihres Berufslebens im Sitzen (Quelle: BAuA). Besonders statisches Sitzen über einen langen Zeitraum kann zu Rücken-, Schulter- und Nackenverspannungen führen. Bestimmte Muskelgruppen werden überlastet, andere verkümmern durch Unterbeanspruchung (Quelle: DGUV).

Hohe Ausfallkosten durch Rückenschmerzen

RückenschmerzenErkrankungen des Muskel-Skelett-Systems (= Rückenschmerzen) sind die zweithäufigste Krankheitsursache, direkt nach Atemwegserkrankungen. Auch Bandscheibenvorfälle (HWS, LWS) sind typische Erkrankungen von Büroarbeitern (Quelle: Gesundheitsreport DAK).

668,6 Mio. Arbeitsunfähigkeitstage verursachen volkswirtschaftliche Produktionsausfälle in Höhe von rund 76 Mrd. € pro Jahr (Quelle: BAuA).

Gesundheitliche Beeinträchtigungen

Der menschliche Körper ist nicht dafür gemacht, ein Drittel des Tages zu sitzen. Ohne Bewegung ist das Herz-Kreislauf-System weniger aktiv, die Blutfettwerte erhöhen sich (Diabetis-Risiko) und es kommt früher oder später zu Rückenschmerzen. Dauerhafte Fehlbelastungen können zu erheblichen gesundheitlichen Schäden führen.

Weitere Symptome

Dazu gehören Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich sowie überlastete Bänder und Sehnen. Schmerzen reduzieren die Arbeitsmotivation, senken die Konzentrationsfähigkeit und sorgen schließlich für eine höhere Fehlerquote. Durch die schlechtere Arbeitsleistung sinkt zudem die Produktivität.

Vorteile eines ergonomischen Bürostuhls

Durch die ergonomische Form wird die Rücken-, Schulter- und Nackenmuskulatur entlastet. Gleichzeitig wird die Wirbelsäule stabilisiert und eine aufrechte, bandscheibenschonende Körperhaltung gewährleistet. Sie erhalten Ihre Gesundheit, haben weniger Stress und bleiben leistungsfähig.

Ein rückenschonender Bürostuhl beugt Schmerzen präventiv vor und kann bereits vorhandene Rückenbeschwerden lindern. Bei Verspannungen helfen auch ein Bürostuhl mit Massage, ein Keilkissen oder ein orthopädisches Sitzkissen.

Bürostuhl richtig einstellen

  • Schritt 1 – Aufrecht hinsetzen: Rutschen Sie mit dem Po bis an die Rückenlehne heran. Der Winkel zwischen dem Oberkörper und den Beinen muss 90° betragen. Der Rücken hat permanenten Kontakt zur Lehne, sodass Sie einen Rundrücken vermeiden.
  • Schritt 2 – Sitzhöhe anpassen: Stellen Sie die Sitzhöhe so ein, dass der Winkel zwischen Ihren Ober- und Unterschenkeln 90° beträgt. Die Füße stehen dabei flach auf dem Boden, damit sich das Körpergewicht gleichmäßig verteilt. Frauen sollten möglichst auf das Zusammenschlagen der Beine verzichten.
  • Schritt 3 – Sitztiefe anpassen: Der Abstand zwischen der Sitzvorderkante und den Kniekehlen beträgt etwa 3 cm, damit die Blutzirkulation in den Beinen nicht gestört wird. Ist der Abstand zu groß oder zu klein, müssen Sie die Sitztiefe verändern – sofern der Bürostuhl diese Funktion hat.
  • Schritt 4 – Armlehnen ausrichten: Lassen Sie die Arme fallen und entspannen Sie die Schulter und Nackenmuskulatur. Stellen Sie die Lehnen so ein, dass der Winkel zwischen den Ober- und Unterarmen 90° beträgt. Die Arme liegen eng am Körper an.
  • Schritt 5 – Rückenlehnengegendruck anpassen: Die Rückenlehne darf nicht zu weich und nicht zu fest sein. Wenn Sie sich nicht bewegen, sollte die Rückenlehne ausreichend stabilisieren und dabei weder Druck nach vorne ausüben noch zu leicht nachgeben. Über einen Drehknopf unter der Sitzfläche können Sie den Gegendruck anpassen. Diese Einstellungsmöglichkeit ist besonders wichtig für schwere Personen, die mit ihrem Körpergewicht mehr Druck auf die Rückenlehne ausüben.
  • Schritt 6 – Tischhöhe anpassen: Der Tisch hat die gleiche Höhe wie die Armlehnen, sodass die Arme waagerecht aufliegen. Mit diesem Rechner können Sie anhand Ihrer Körpergröße ausrechnen, wie hoch der Tisch eingestellt werden muss. Unter dem Tisch haben Ihre Beine genügend Bewegungsfreiheit. Platzieren Sie Bürocontainer, Taschen oder den PC an einem Ort, der Sie nicht stört.
  • Schritt 7 – Monitor ausrichten: Stellen Sie den Monitor etwa 50 – 60 cm vor sich auf. Ist der Bildschirm zu nah, kommt es zur einer verkrampften Körperhaltung, außerdem ist dies schlecht für die Augen. Die Oberkante des Monitors befindet sich etwas unterhalb der Augenhöhe, sodass der Blink leicht gesenkt wird. Dies schont die Augen und verhindert ein Überstrecken der Wirbelsäule. Entscheiden Sie sich zudem lieber für einen großen Bildschirm, statt für einen kleinen, auf dem Sie nichts erkennen.
  • Schritt 8 – Maus und Tastatur ausrichten: Diese liegen auf der gleichen Höhe wie die Ellenbogen. Achten Sie bei der Arbeit darauf, dass Sie die Arme nicht zu weit nach vorne strecken und der Winkel zwischen den Ober- und Unterarmen stets 90° beträgt.
  • Schritt 9 – Angenehme Arbeitsatmosphäre schaffen: Zu einer optimalen Ergonomie am Arbeitsplatz gehören auch angenehme Lichtverhältnisse durch genügend Tageslicht beziehungsweise durch eine gute Beleuchtung. Die Temperatur sollte 20 – 22° C betragen, nicht zu kalt und nicht zu warm. Lüften Sie regelmäßig für eine frische Sauerstoffzufuhr, reduzieren Sie den Lärmpegel so weit wie möglich und verwenden Sie harmonische Bürofarben, die für ein angenehmes Arbeitsklima sorgen.

Schritt für Schritt-Anleitung im YouTube-Video:

Tipp für Arbeitgeber: Rund 50 % der Arbeitnehmer würden an einer kostenlosen Ergonomie-Schulung teilnehmen, um richtiges sitzen zu lernen. Weitere 17 % würden die Schulung absolvieren, wenn Sie dafür einen Zuschuss erhielten (Quelle: Statista). Demgegenüber stehen hingegen nur 12 % aller Arbeitgeber, die ihren Mitarbeitern eine solche Schulung überhaupt anbieten (Quelle: Statista).

Bewegung ist das A und O

Der menschliche Körper ist darauf trainiert, permanent in Bewegung zu sein. Dadurch werden die Bandscheiben mit ausreichend Flüssigkeit versorgt, die Durchblutung wird angeregt und die Muskeln ermüden langsamer.

Dynamisches sitzen

Wenn Sie am Schreibtisch sitzen, wechseln Sie regelmäßig die Sitzhaltung. Lehnen Sie sich nach hinten, z.B. beim Telefonieren, sitzen Sie gerade, bei Routine-Tätigkeiten und beugen Sie sich nach vorne, in intensiven Arbeitsphasen. Bauen Sie Dehn- und Streckübungen in Ihren Alltag ein und wechseln Sie zwischen stehen und sitzen. Denken Sie auch an regelmäßige Pausen, praktisch ist hierfür ein Bürostuhl mit Fußstütze.

Nur 60 % sitzen

60 % der Arbeitszeit sollte im sitzen verbracht werden, 30 % im stehen. Die übrigen 10 % sind mit Bewegung verbunden, zum Beispiel mit einem Spaziergang. Bauen Sie Bewegung und Sport auch in Ihre Freizeit ein, damit Sie dauerhaft gesund bleiben.

War dieser Artikel hilfreich?
[Gesamt:16    Durchschnitt: 4.9/5]