Orthopädischer Bürostuhl

Einen orthopädischen Bürostuhl benötigen Sie nach einem Bandscheibenvorfall und bei vielen ähnlichen Krankheitsbildern. Er sorgt für Entlastung beim Sitzen und lindert Schmerzen. Orthopädische Bürostühle sind etwas teurer als normale Bürostühle, daher gewähren verschiedene Kostenträger einen Zuschuss. In den meisten Fällen erfolgt die Kostenübernahme durch die Deutsche Rentenversicherung (bis zu 435 €). Im Idealfall zahlt der Arbeitgeber den Rest. Wie Sie die Förderung beantragen, erfahren Sie hier.

Inhaltsverzeichnis

1. Was ist ein orthopädischer Bürostuhl?
2. Was muss ein orthopädischer Bürostuhl haben?
3. Orthopädischen Bürostuhl kaufen
4. In vier Schritten zur Kostenübernahme

5. Antrag auf Förderung abgelehnt? Widerspruch einlegen!

1. Was ist ein orthopädischer Bürostuhl?

Ein orthopädischer Bürostuhl besitzt zahlreiche ergonomische Funktionen, die ein rückenschonendes Sitzen ermöglichen. Er fördert eine gesunde Sitzhaltung und lindert vorhandene Schmerzen. Er wird auch präventiv eingesetzt, damit Rückenschmerzen gar nicht erst auftreten. Umgangssprachlich wird er als Gesundheitsstuhl bezeichnet.

Er unterstützt den natürlichen Bewegungsdrang des Menschen
  • Verhindert Bewegungsmangel: Fördert den häufigen Haltungswechsel und das dynamische sitzen. Jeder Körperbewegung folgt eine Ausgleichsbewegung.
  • Richtige Sitzposition: Verhindert einseitige Belastungen und Haltungsschäden.
  • Entlastung: Der orthopädische Bürostuhl passt sich optimal dem Körper an. Die Rückenmuskulatur, Wirbelsäule und Bandscheiben werden entlastet.
  • Stärkt den Rücken: Die Muskulatur wird gelockert und gleichzeitig trainiert.
  • Regt Stoffwechsel an: Regelmäßige Bewegungen fördern die Durchblutung, wodurch die Muskeln besser mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Gleichzeitig verbessert sich die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit.

2. Was muss ein orthopädischer Bürostuhl haben?

Ein orthopädischer Bürostuhl besitzt im Vergleich zu einem gewöhnlichen Bürostuhl eine deutlich umfangreichere Ausstattung. Um laut Definition als orthopädischer Bürostuhl bezeichnet zu werden, muss dieser zahlreiche Anforderungen erfüllen.

Folgende Eigenschaften sollte er aufweisen
  • Kopfstütze: Sie entlastet den Kopf und den Nacken. Dies ist besonders wichtig für Halswirbelsäulengeschädigte. Bei normalen Bürostühlen ist die vorhandene Kopfstütze zu weit hinten, sodass der Nacken beim Anlehnen überstreckt wird.
  • Rückenlehne: Sie ist ergonomisch geformt, damit die Wirbelsäule optimal gestützt wird. Sie animiert zum häufigen Wechseln der Sitzposition.
  • Lordosenstütze: Sie unterstützt den unteren Rücken und ist höhen- und tiefenverstellbar. Der Rücken hat permanent Kontakt zur Rückenlehne.
  • Sitz: Er ist fließend in der Höhe, Tiefe und Neigung verstellbar. Die anatomische Form bietet einen hohen Sitzkomfort. Die Sitzfläche lässt Bewegungen in alle Richtungen zu. Ständige Ausgleichsbewegungen fördern das aktive Sitzen.
  • Armlehnen: Sie sind in der Höhe, Breite, Neigung und Tiefe verstellbar. Sie entlasten die Arme, Schultern und den Nacken.

Alle Einstellungsmöglichkeiten sollten einfach bedienbar sein, damit man den orthopädischen Bürostuhl schnell auf die eigenen Bedürfnisse anpassen kann. Die Bedienelemente sollten zudem leicht erreichbar sein.

3. Orthopädischen Bürostuhl kaufen

Wer einen orthopädischen Bürostuhl online kaufen will, dem empfehlen wir diese Modelle mit verschiedenen Ausstattungen:

Orthopädischer BürostuhlTopstar Open Art 2010

Wir empfehlen Ihnen diesen Bürostuhl mit Kopf-, Nacken- und Lordosenstütze:

  • Qualität: „Made in Germany“
  • Ergonomisch: bequeme Lehne
  • Bandscheibensitz: entlastend
  • Sitzkomfort: über viele Stunden
  • Schmerzlindernd: und beugt vor
  • Sicherheit: GS geprüfte Qualität
Bei Amazon bestellen

 

Orthopädischer Bürostuhl BandscheibenvorfallHarastuhl

Der ideale Bürostuhl, wenn Sie eine geteilte Rückenlehne und Sitzfläche benötigen:

  • Schmerzlindernd: und beugt vor
  • Entlastung: für die Bandscheiben
  • Ergonomisch: rückengerecht sitzen
  • Belastbar: Tragfähigkeit bis 120 kg
  • Patentiert: internationales Patent
  • Zertifiziert: ISO 9001 geprüft
Bei Amazon bestellen

 

Tipp: Orthopädischen Bürostuhl steuerlich absetzen

Als Privatperson können Sie den orthopädischen Bürostuhl als „außergewöhnliche Belastung“ von der Steuer absetzen. Sie müssen in der Steuererklärung lediglich nachweisen, dass Sie den Stuhl zur Behandlung Ihrer Krankheit benötigen.

Orthopädischen Bürostuhl steuerlich absetzenAuch unternehmerisch Tätige können den orthopädischen Bürostuhl als „Werbungskosten“ absetzen. Der Stuhl muss beruflich genutzt werden, zum Beispiel im Homeoffice oder im Büro des Arbeitgebers. Heben Sie also immer die Rechnung auf, falls das Finanzamt danach fragt.

Weitere Informationen zum Thema Abschreibung eines Bürostuhls finden Sie hier.

4. In vier Schritten zur Kostenübernahme

Orthopädischer Bürostuhl - Kostenübernahme

  1. Attest: Zunächst muss ein ärztliches Attest vorliegen, der bescheinigt, dass Sie einen orthopädischen Bürostuhl benötigen.
  2. Arbeitgeber: Fragen Sie Ihren Arbeitgeber, ob er sich an den Kosten beteiligt.
  3. Kostenvoranschlag: In einem Fachgeschäft holen Sie einen Kostenvoranschlag ein.
  4. Antrag auf Kostenübernahme: Bei einem Kostenträger stellen Sie einen Antrag auf Kostenübernahme (in den meisten Fällen die Deutsche Rentenversicherung).

Schritt 1: Ärztliches Attest (z.B. Bandscheibenvorfall)

Bei diesen Krankheitsbefunden besteht ein Anspruch auf einen orthopädischen Bürostuhl:

  • Bandscheibenvorfall
  • Bandscheiben-OP
  • Bandscheiben-Vorwölbung
  • Beckenvenen-Thrombosen
  • Beinveneninsuffizienz
  • Dekubitus
  • Facettensyndrom
  • Flachrücken
  • Hohlkreuz
  • Hüftbeschwerden
  • Lumbalgien
  • Lumboischialgie
  • Lymphstau im Bein-Beckenbereich
  • Morbus Bechterew
  • Morbus Scheuermann
  • Osteochondrose
  • Rundrücken
  • Spondylarthrose
  • Spondylitis
  • Spondylolyse
  • Skoliose
  • Skeletterkrankungen
  • Wirbelsäulen-Insuffizienz

Ein Bandscheibenvorfall ist die häufigste Ursache für die Anschaffung eines orthopädischen Bürostuhls. Entsprechend bezeichnet man sie als Bandscheibenstühle. Am häufigsten ist die Lendenwirbelsäule (LWS) und die Halswirbelsäule (HWS) betroffen. Auch nach einer Bandscheiben-OP wird ein bandscheibengerechter Bürostuhl empfohlen.

Zur Überbrückung bis zur Kostenübernahme hilft Bandscheibengeschädigten oft schon ein orthopädisches Sitzkissen zur Bandscheibenentlastung.

Das muss im Attest des Facharztes oder Orthopäden stehen
Der behandelnde Arzt muss in einem medizinischen Gutachten attestieren, dass die Anschaffung eines orthopädischen Bürostuhls „unabdingbar und zwingend notwendig“ ist, um die „berufliche Arbeitsfähigkeit und Gesundheit aufrecht zu erhalten“ oder um eine „erfolgreiche Rehabilitation ins Arbeitsleben zu ermöglichen“, falls eine Rehamaßnahme absolviert wurde. Wenn Sie an einer Reha teilgenommen haben, sollten die Angaben in Ihrem Entlassungsbericht enthalten sein.

Darüber hinaus muss das Attest eine möglichst detaillierte Beschreibung der benötigten Stuhlfunktionen enthalten. Der Bürostuhl muss einen „nach allen Seiten frei beweglichen Sitz besitzen, der das aktiv-dynamische sitzen fördert“. Der Bürostuhl soll sich den „Bewegungen des Körpers anpassen“ und bei Bedarf eine „Lordosenstütze“ besitzen. Umso detaillierter die Verordnung, desto besser kann der Fachhändler einen Bürostuhl mit den passenden Funktionen auswählen.

In der ärztlichen Bescheinigung sollte ein logischer Bezug vom Krankheitsbild zur Beschreibung der benötigten Stuhlfunktionen hergestellt werden. Mit einer guten Begründung ist die Bezuschussung vom Kostenträger, bei dem Sie das Rezept einreichen, sehr wahrscheinlich.

Schritt 2: Arbeitgeber informieren

Bevor Sie mit dem ärztlichen Attest einen Kostenvoranschlag für einen orthopädischen Bürostuhl einholen und diesen beim Kostenträger beantragen, sollten Sie unbedingt vorher Kontakt zu Ihrem Arbeitgeber aufnehmen. Dieser ist zwar nicht dazu verpflichtet, Ihnen einen orthopädischen Bürostuhl bereitzustellen, dennoch können Sie fragen, ob er sich an den Kosten beteiligen möchte.

Orthopädischer Bürostuhl - ArbeitgeberEin guter orthopädischer Bürostuhl kostet in der Regel deutlich mehr als 435 €, sodass entweder Sie oder Ihr Arbeitgeber die Mehrkosten tragen kann. Beides hat Vorteile und Nachteile. Zahlen Sie die Differenz, gehört der Stuhl Ihnen, auch bei einem Unternehmenswechsel.

Trägt Ihr Arbeitgeber die Mehrkosten, gehört der Bürostuhl rechtlich ihm. Wenn Sie sich die Kosten teilen, sollten Sie sich direkt auch darüber einigen, was mit dem Stuhl bei einem Unternehmenswechsel passiert.

Zusätzlich sollten Sie Ihren Arbeitgeber fragen, ob Sie den orthopädischen Bürostuhl überhaupt im Büro nutzen dürfen. In manchen Unternehmen muss erst der Betriebsarzt oder ein Ergonomie-Beauftragter seine Zustimmung erteilen. Im Optimalfall besitzt der Arbeitgeber sogar bereits einen geeigneten Stuhl, den er Ihnen zur Verfügung stellen kann.

Womit Sie Ihren Arbeitgeber überzeugen

Grundsätzlich ist der Arbeitgeber nicht dazu verpflichtet, Ihnen einen orthopädischen Bürostuhl bereitzustellen. Er kann selbst entscheiden, welche Arbeitsmittel er im Unternehmen einsetzt. Sollte Ihr Arbeitgeber nicht bereit sein, Sie bei der Anschaffung zu unterstützen, weisen Sie ihn auf folgende Fakten hin:

Orthopädischer Bürostuhl - Rückenschmerzen

  1. Rückenschmerzen sind die häufigste Ursache für krankheitsbedingten Arbeitsausfall in Deutschland. Sie verursachen einen jährlichen Gesamtschaden i.H.v. 49 Mrd. €.
  2. Ein langfristig erkrankter Arbeitnehmer verursacht hohe Ausfallkosten für ein Unternehmen, im Durchschnitt 112 € pro Tag (Quelle: Bundesanstalt für Arbeit).
  3. Investitionen in die Gesundheit der Mitarbeiter steigern nicht nur den Sitzkomfort, sondern auch die Leistungsfähigkeit und Produktivität.
  4. Gerade nach einer langen Auszeit sollte man bei der Rückkehr an den Arbeitsplatz geeignete ergonomische Bedingungen vorfinden. Andernfalls drohen erneute Schmerzen und wiederkehrende gesundheitliche Probleme.
Für übergewichtige Personen interessant

Arbeitgeber sind laut Bürgerlichem Gesetzbuch (BGB) § 618 und Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) §§ 3 und 4 dazu verpflichtet, für sichere und gesunde Arbeitsplätze zu sorgen. Sie müssen eine Gefährdungsbeurteilung für Arbeitnehmer durchführen, um deren Sicherheit zu gewährleisten. Von dieser Regelung profitieren vor allem übergewichtige Personen, die ein Recht auf robustere Bürostühle haben.

Die entstehenden Mehrkosten an ergonomischen Arbeitsmitteln müssen vom Arbeitgeber getragen werden. Sie haben also keine zusätzlichen Mehrkosten. Falls es Sie betrifft, fragen Sie nach einer Förderung bei Ihrem Arbeitgeber nach. Hier finden Sie einen passenden Bürostuhl für Übergewichtige.

Schritt 3: Kostenvoranschlag einholen

Nachdem der ärztliche Bescheid vorliegt und Sie mit Ihrem Arbeitgeber gesprochen haben, können Sie sich nun auf die Suche nach einem Fachhändler für Bürostühle machen. Es gibt zahlreiche Hersteller für orthopädische Bürostühle, daher empfehlen wir Ihnen, diese vorher im Fachgeschäft zu testen.

Zudem gibt es derzeit keinen Test der Stiftung Warentest, welcher Bürostuhl der Beste ist. Wir raten davon ab, einen Bürostuhl günstig gebraucht zu kaufen. Schließlich erhalten Sie einen hohen finanziellen Zuschuss und können dadurch viel Geld sparen.

Fragen Sie zum Beispiel Ihren behandelnden Arzt oder recherchieren Sie im Internet nach einem Fachgeschäft in Ihrer Nähe. Dort sollten Sie sich ausgiebig beraten lassen und zur Probe sitzen. Häufig können Sie den Bürostuhl auch für einige Zeit zum Testen ausleihen.

Wichtig: Kaufen Sie den Bürostuhl erst, nachdem Sie die Zusage zur Kostenübernahme vom Kostenträger haben. Andernfalls erlischt der Anspruch und Sie erhalten keinen Zuschuss. Holen Sie also immer einen Kostenvoranschlag ein, den Sie gemeinsam mit den anderen Unterlagen beim Kostenträger einreichen (Schritt 4).

Was kostet ein orthopädischer Bürostuhl?

Die Kosten für einen orthopädischen Bürostuhl sind höher als für einen konventionellen Bürostuhl. Dies hat mehrere Gründe:

  • Hohe Qualität: Er besitzt ausschließlich hochwertige Bauteile und hat viele ergonomische Funktionen.
  • Teurer Entwicklungsaufwand: Die Stuhlkonstruktion entspricht den modernsten medizinischen Erkenntnissen.
  • Lange Lebensdauer: Der Anschaffungspreis verteilt sich auf viele Jahre, wodurch die Kosten pro Jahr ähnlich hoch sind, wie bei einem normalen Bürostuhl.

Schritt 4: Zuschuss beantragen

Einen Zuschuss für einen orthopädischen Bürostuhl können Sie bei verschiedenen Kostenträgern beantragen. Der nachfolgenden Übersicht entnehmen Sie, wer wann zahlt:

Rentenversicherung (in den meisten Fällen)
  • Wenn Sie 15 Jahre oder länger rentenversichert sind (dazu zählen auch der Bezug von Arbeitslosen- und Krankengeld sowie Zeiten der Kinderbetreuung)
  • Wenn Sie 5 Jahre rentenversichert sind, nach einem Heilverfahren oder einer Kur
  • Wenn die Rente anstehst oder bereits Rente bezogen wird

So beantragen Sie einen Zuschuss bei der Deutschen Rentenversicherung

Agentur für Arbeit
  • Wenn Sie weniger als 15 Jahre rentenversichert sind, ist das Arbeitsamt zuständig

So beantragen Sie einen Zuschuss bei der Agentur für Arbeit

Berufsgenossenschaften
  • Wenn Sie einen Unfall auf dem Arbeitsweg oder am Arbeitsplatz hatten
  • Wenn Sie eine Berufskrankheit haben

Zur Homepage der Berufsgenossenschaften

Integrationsamt/ Hauptfürsorgestelle/ Landeswohlfahrtsverbände
  • Für Beamte, Studenten und Sonderfälle
  • Für behinderte Menschen, die technische Arbeitshilfen benötigen

Zum Integrationsamt

Krankenkasse
  • Viele Krankenkassen bieten Zuschüsse für einen orthopädischen Bürostuhl an

Mehr darüber erfahren

Deutsche Rentenversicherung (DRV)

Die Deutsche Rentenversicherung (bis 2005 noch Bundesversicherungsanstalt für Angestellte – BfA) handelt nach dem Grundsatz „Rehabilitation vor Rente“. Das heißt, es werden alle Möglichkeiten zur beruflichen Rehabilitation ausgeschöpft, um die Arbeitskraft wiederherzustellen. Die Deutsche Rentenversicherung übernimmt die Kosten von bis zu 435 €, wenn Sie eine der oben in der Tabelle genannten Voraussetzungen erfüllen.

Welche Unterlagen muss ich einreichen?

  • Ärztliches Attest und wenn vorhanden den Entlassungsbericht der Rehaklinik
  • Kostenvoranschlag für einen orthopädischen Bürostuhl
  • Eine detaillierte Stellen- und Tätigkeitsbeschreibung (z.B. wie oft Sie sitzen, stehen oder im Wechsel arbeiten)
  • Antragsformulare (siehe nachfolgend)

Alle Antragsformulare im Überblick

Hilfe beim Ausfüllen erhalten Sie bei den Reha-Beratern der Rentenversicherungsträger, bei den Reha-Servicestellen, im Institut für Gesundheit und Ergonomie, in Reha-Einrichtungen, bei behandelnden Ärzten und bei Ihrer Krankenkasse.

BriefSenden Sie alle Unterlagen an die Rentenversicherung, von der Sie auch Ihre Renteninformation erhalten. Diese leitet Ihre Unterlagen an den Medizinischen Dienst weiter. Dort erfolgt eine Genehmigung oder Ablehnung. Den Bescheid erhalten Sie anschließend von der Rentenversicherung per Post.

Die Bearbeitungszeit kann mehrere Wochen oder Monate betragen. Bei Fragen wenden Sie sich an den Service der Rentenversicherung: 0800 1000 48 070. Ist der Bescheid positiv, können Sie den Bürostuhl kaufen und die Rechnung der Rentenversicherung zusenden. Diese erstattet Ihnen anschließend die entstandenen Kosten bis maximal 435 €.

Wissenswertes: Die Rentenversicherung muss die Kosten übernehmen

Orthopädischer Bürostuhl - UrteilDas Sozialgericht in Karlsruhe hat am 24.05.2016 entschieden, dass die Rentenversicherung die Kosten für einen orthopädischen Bürostuhl übernehmen muss.

Geklagt hatte eine Frau, bei der die Rentenversicherung mit der Begründung abgelehnt hat, dass der Arbeitgeber für einen ergonomischen Bürostuhl sorgen muss. Dieser entsprach aber nicht den notwendigen Anforderungen, sodass die Erwerbsfähigkeit der Klägerin gefährdet war.

Agentur für Arbeit

Orthopädischer Bürostuhl - Agentur für ArbeitWenn Sie weniger als 15 Jahre in die Rentenversicherung einzahlen, ist das Arbeitsamt bei der Beantragung eines orthopädischen Bürostuhls für Sie zuständig. Den Antrag erhalten Sie im Arbeitsamt bei Ihnen vor Ort.

In diesem Merkblatt erhalten Sie umfangreiche Informationen darüber, welche Leistungen und Hilfen die Agentur für Arbeit übernimmt.

Die Agentur für Arbeit hat außerdem spezielle Reha-Teams, die Sie bei der Beantragung unterstützen. Hier finden Sie Ihr zuständiges Reha-Team. Weitere allgemeine Informationen zu den Leistungen und Fördermaßnahmen der Reha-Teams erhalten Sie hier.

Krankenkasse

Orthopädischer Bürostuhl KrankenkasseKrankenkassen haben ein großes Interesse daran, dass ihre Versicherten gesund bleiben und dadurch keine krankheitsbedingten Kosten für Ärzte, Behandlungen und Krankengeld entstehen.

Manche Krankenkassen bieten daher Zuschüsse für die Anschaffung eines orthopädischen Bürostuhls an, manchmal sogar als Präventivleistung.

Sie sollten daher unbedingt Kontakt zur Krankenkasse aufnehmen und sich beraten lassen, ob Sie einen Zuschuss erhalten. Häufig können Sie die Anträge online herunterladen und gemeinsam mit einem ärztlichen Attest einreichen. Tipp: Seien Sie hartnäckig und überzeugen Sie Ihren Ansprechpartner bei der Krankenkasse, dass Sie den orthopädischen Bürostuhl zwingend für die Aufrechterhaltung Ihrer Tätigkeit benötigen.

5. Antrag auf Förderung abgelehnt? Widerspruch einlegen!

Sollte Ihr Antrag auf Förderung für einen orthopädischen Bürostuhl abgelehnt worden sein, haben Sie die Möglichkeit, innerhalb von 14 Tagen Widerspruch einzulegen. Wir empfehlen Ihnen den Aufbau des Schreibens gemäß dieses Muster-Antrags.

Lesen Sie sich den Ablehnungs-Bescheid genau durch, die genauen Gründe wird Ihnen die Rentenversicherung mitteilen. Oft ist das Attest des Arztes zu ungenau beschrieben, eine „Empfehlung für einen orthopädischen Bürostuhl“ reicht beispielsweise nicht immer aus. Hier finden Sie Formulierungen, die das Attest enthalten sollte. Manchmal fehlen auch bestimmte Informationen, die Sie der Rentenversicherung zeitnah nachreichen können.

Einen abgelehnten Bescheid können Sie vom Deutschen Gewerkschaftsbund überprüfen lassen, wenn Sie Mitglied sind. Eine Ablehnung braucht Sie also nicht verunsichern. Legen Sie Widerspruch ein und reichen Sie die fehlenden Informationen nach.