Abschreibung eines Bürostuhls

Bürostühle werden laut AfA-Tabelle des Bundesfinanzministeriums über eine Nutzungsdauer von 13 Jahre hinweg abgeschrieben. Bürostühle mit einem Netto-Kaufpreis von unter 1.000 € (ohne Umsatzsteuer) gelten als geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG). Sie können je nach Kaufpreis auch sofort oder als Sammelposten über 5 Jahre hinweg abgeschrieben werden. Sie haben folgende Möglichkeiten zur Abschreibung:

Netto-Kaufpreis Möglichkeiten zur Abschreibung
Bis 250 € A) Sofortabzug
B) Regelabschreibung über 13 Jahre
250,01 € – 800 € A) Sofortabzug
B) Sammelposten über 5 Jahre
C) Regelabschreibung über 13 Jahre
800,01 € – 1.000 € A) Sammelposten über 5 Jahre
B) Regelabschreibung über 13 Jahre
Ab 1.000,01 € A) Regelabschreibung über 13 Jahre

Sofortabzug

Bürostühle bis zu einem Netto-Kaufpreis von maximal 800 € können Sie zu 100 % im Jahr der Anschaffung abschreiben. Sie können den gesamten Rechnungsbetrag als Werbekosten in die Einkommensteuererklärung aufnehmen, sofern Sie den Bürostuhl für Ihre beruflichen Zwecke benötigen.

In buchführenden Unternehmen werden die Bürostühle als Betriebsausgabe auf das entsprechende Konto gebucht, zum Beispiel Büromaterial oder Betriebs- und Geschäftsausstattung. Eine Abschreibung über 13 Jahre wäre ebenfalls möglich, allerdings verteilt sich die Steuerersparnis über die gesamte Nutzungsdauer von 13 Jahren.

Anmerkung: Die 800 € Grenze gilt seit dem 01.01.2018. Im Zeitraum davor bis zum 31.12.2017 lag die Grenze bei 410 €.

Regelabschreibung über Nutzungsdauer von 13 Jahren

Bürostuhl AbschreibungWie lange hält ein Bürostuhl? Laut Abschreibungstabelle des Bundesfinanzministeriums gilt für Bürostühle eine Abschreibungsdauer von 13 Jahren. Ab einem Anschaffungspreis von 1.000,01 € wird die Regelabschreibung bei der Steuererklärung angewendet. Bei darunterliegenden Anschaffungskosten haben Sie alternativ die Möglichkeit zum Sofortabzug oder zur Bildung von Sammelposten.

Bildung von Sammelposten/ Poolabschreibung

Liegt der Netto-Kaufpreis Ihres Bürostuhls zwischen 250,01 € und 1.000 €, haben Sie die Möglichkeit zur Bildung von Sammelposten. Wenn Sie diese Option wählen, werden alle in einem Jahr gekauften Anschaffungen, die in dieser Preisspanne liegen, in einem Jahressammelposten zusammengefasst, und gemeinsam pauschal über 5 Jahr linear mit 20 % pro Jahr gewinnmindernd abgeschrieben.

Diese Form der Abschreibung lohnt sich besonders für Gegenstände, deren betriebsgewöhnliche, durchschnittliche betriebsgewöhnlicheNutzungsdauer laut AfA-Tabelle über 5 Jahren liegt, zum Beispiel Büromöbel mit 13 Jahren. Wenn Sie die Poolabschreibung wählen, müssen Sie alle gekauften Produkte mit aufnehmen. Eine Mischung aus Sofortabschreibung und Sammelpostenbildung ist im gleichen Jahr nicht möglich. Sie können jedes Jahr neu entscheiden, welche Abschreibungsmethode sich mehr für Sie lohnt.

Anmerkung: Die Untergrenze für die Bildung von Sammelposten von 250,01 € gilt seit dem 01.01.2018. Bis zum 31.12.2017 lag sie noch bei 410,01 €.

Aufzeichnungspflicht

Bürostuhl NutzungsdauerKostet Ihr Bürostuhl netto nicht mehr als 250 €, müssen Sie hierüber keine Aufzeichnungen im Anlageverzeichnis Ihres Unternehmens erbringen. Bei höheren Anschaffungskosten haben Sie eine Aufzeichnungspflicht. Hierbei werden diese Informationen erfasst: Bezeichnung, Anschaffungsdatum, Kaufpreis.

Nützliche Tipps zum Steuern sparen

Für Tische, Schränke und Bürocontainer in Ihrem Arbeitszimmer gelten die gleichen Abschreibungsfristen und Grenzwerte wie für Bürostühle. Sollten Sie Büromöbel im Gesamtwert von über 1.000 € netto anschaffen, müssen Sie diese über 13 Jahre hinweg abschreiben. Falls Sie die Möglichkeit haben, die Gesamtrechnung in kleinere Rechnungsbeträge unter jeweils 1.000 € netto aufzuteilen, sollten Sie dies unbedingt tun.

Sie sparen Steuern und gewinnen an Liquidität. Kaufen Sie Möbel wenn möglich immer als Einzelteile. Anschließend können Sie diese sofort (bis 800 € netto) oder per Sammelposten über 5 Jahre (800,01 € – 1.000 € netto) abschreiben. Achten Sie auf getrennte Rechnungen und heben Sie diese stets gemeinsam mit der Quittung auf. Es kann sein, dass das Finanzamt bei der Sammelpostenbildung etwas genauer nachsieht. Falls Rückfragen aufkommen, überlegen Sie sich, warum die einzelnen Gegenstände nicht als Einheit zu betrachten sind.

Neben Bürostühlen können Sie viele weitere beruflich genutzte Gegenstände Ihrer Büroeinrichtung von der Steuer absetzen, zum Beispiel Regale, Tische, Computer und Literatur. Alle Werbungskosten tragen Sie in der Steuerklärung in die Anlage N ein. Sie können Werbungskosten in unbegrenzter Höhe steuermindernd absetzen, sofern diese ausschließlich betrieblich und nicht privat genutzt werden. Was Sie absetzen können und wie Sie hierbei am besten vorgehen, besprechen Sie am besten mit Ihrem Steuerberater.

Fragen und Antworten

Was versteht man unter Abschreibung?
Vermögensgegenstände im Anlage- und Umlaufvermögen verlieren über die Jahre an Wert. Für die korrekte buchhalterische Erfassung dieser Wertminderung erfolgt eine jährliche Abschreibung. Die Höhe ermittelt sich aus dem Anschaffungswert geteilt durch die Anzahl der Nutzungsjahre laut AfA-Tabelle.
Wie berechnet man die Abschreibung?
Um die Höhe der jährlichen Abschreibung zu ermitteln, teilen Sie den Anschaffungspreis durch die Anzahl der Jahre, die in der AfA-Tabelle des Bundesfinanzministeriums als betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer angegeben ist. Beispiel: 1.000 €/ 5 Jahre = 200 € pro Jahr.
Was ist eine lineare Abschreibung?
Bei der linearen Abschreibung wird über die gesamte Nutzungsdauer hinweg der gleiche Abschreibungsbetrag verwendet, bei 1.000 € und 5 Jahren demnach jedes Jahr genau 200 €. Im Gegensatz dazu verändert sich der Abschreibungsbetrag bei der progressiven Abschreibung von Jahr zu Jahr.
Wo kann ich die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer nachlesen?
Maßgeblich ist die AfA-Tabelle des Bundesfinanzministeriums. Sie gilt für alle Anschaffungen nach dem 31.12.2000. Die Angaben zur betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer basieren auf den Erfahrungen der steuerlichen Betriebsprüfung. Den Link zur Übersicht finden Sie in diesem Artikel.
Mein Bürostuhl kostet über 1.000 €, gilt er dann noch als geringwertiges Wirtschaftsgut?
Nein, nur Bürostühle mit einem Netto-Anschaffungspreis unter 1.000 € gelten als geringwertiges Wirtschaftsgut (GWG). In diesem Fall müssen Sie die Regelabschreibung von 13 Jahren anwenden. Eine Sofortabschreibung oder die Bildung von Sammelposten über 5 Jahre sind daher nicht möglich.

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Kommentare

  1. Vielen Dank für die Erklärungen zu den Abschreibungs-Zeiten und der Sofortabschreibung. Wir haben in unserem unternehmen gerade eine ganze Menge Büromöbel aus einem Onlineshop gekauft. Da stellt sich natürlich die Frage, wie und ob wir es steuerlich absetzen können.

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