Bürostuhl quietscht: Das können Sie tun

Wenn der Bürostuhl quietscht, braucht es meist nur etwas Öl auf die betroffene Stelle, um die störenden Geräusche loszuwerden. Sie müssen nur herausfinden, wo das Quietschen entsteht. Testen Sie alle Stuhlfunktionen, um die genaue Ursache zu lokalisieren.

Setzen Sie sich auf den Bürostuhl und bewegen Sie sich in alle Richtungen. Meist entsteht das Quietschen beim Zurücklehnen, durch die Gasdruckfeder oder durch die Rollen.

Inhaltsverzeichnis

1. Warum quietschen Bürostühle?
2. Wie geht man beim Ölen vor?
3. Holzstuhl quietscht – was tun?

1. Warum quietschen Bürostühle?

Bürostuhl quietschtQuietschen entsteht immer dann, wenn bewegliche Bauteile aneinander reiben. Dies kann sogar so laut sein, dass es nicht nur Sie selbst stört, sondern auch Ihre Nachbarn oder Kollegen.

Wie bei einer quietschenden Tür oder einer Fahrradkette fehlt häufig nur etwas Öl. Oft sind ältere Bürostühle betroffen, die über die Jahre hohen Belastungen ausgesetzt wurden. Sie müssen also nicht sofort einen neuen Bürostuhl kaufen, sondern können das Problem einfach beseitigen.

Beim Zurücklehnen

Wenn der Bürostuhl beim Zurücklehnen, wippen oder drehen quietscht, achten Sie darauf, wo das Geräusch entsteht. Häufig kommt das knarren von der Mechanik unter der Sitzfläche. Gerade bewegliche Bauteile wie die Wippfunktion unterliegen dem natürlichen Verschleiß. Etwas Öl auf die betroffene Stelle macht dem Quietschen ein Ende.

Beim Verstellen der Sitzhöhe

Die Gasdruckfeder sorgt dafür, dass Sie Ihren Bürostuhl in der Höhe verstellen können. Hier hilft etwas Silikonspray oder Öl, das Sie oben auf die Gasdruckfeder auftragen. Entfernen Sie vorher den Sitz, um an die obere Öffnung zu gelangen.

Seien Sie dabei vorsichtig und öffnen Sie niemals die Gasdruckfeder selbst. Diese steht unter einem hohen Druck, sodass das Gas explosionsartig entweichen würde. Lesen Sie vorher in der Anleitung nach, wie Sie die Gasdruckfeder wechseln können.

Beim Rollen

Wenn die Rollen knarzen, lässt sich das Problem schnell beheben. Sprühen Sie die Rollen mit Silikonspray ein, damit sich die Achsen wieder geräuschlos drehen können. Rollen Sie den Bürostuhl nach der Behandlung hin und her, damit sich das Spray gleichmäßig verteilt.

Entfernen Sie Schmutz in den Rollen, der Schleifgeräusche verursacht. Falls diese nicht mehr zu reinigen sind, kaufen Sie neue Bürostuhlrollen. Durch die Steckverbindungen lassen sich die alten Rollen schnell durch die neuen ersetzen.

Bei unebenen Böden kann es auch zu störenden Geräuschen kommen. Hier bietet sich eine Bürostuhlunterlage an. Auch Ihre Untermieter werden es Ihnen danken.

2. Wie geht man beim Ölen vor?

Das ideale Schmiermittel ist das Kriechöl von WD-40. Wenn vorrätig, können Sie auch ein Silikonspray mit Sprühröhrchen verwenden, zum Beispiel von Ballistol:

  • Unterlage: Legen Sie Papier oder eine Decke aus, damit abtropfendes Öl nicht den Fußboden verunreinigt.
  • Bürostuhl ausrichten: Sie sollten das Öl von oben auf die zu bearbeitende Stelle schmieren. Drehen Sie den Bürostuhl wenn nötig um.
  • Öl auftragen: Nutzen Sie die Spritze, um das Öl punktgenau aufzutragen. Sie können auch sprühen, allerdings werden dann auch die umliegenden Bereiche benetzt und müssen anschließend gesäubert werden.
  • Dosieren: Verwenden Sie nur so viel Öl, dass Sie das Gefühl haben, dass die gesamte Kontaktfläche benetzt ist. Zu viel Öl trocknet schlecht und tropft anschließend auf den Boden oder am Stuhl entlang. Verwenden Sie also lieber mehrere kleine Dosen und warten Sie, bis alles gut verteilt ist.
  • Tuch: Sollte etwas Öl daneben gehen, entfernen Sie dieses mit einem Tuch.
  • Aufstellen: Bringen Sie den Bürostuhl in die normale Standposition und lassen Sie das Öl einwirken. Durch die Schwerkraft dringt es in alle Fugen und Ritzen.
  • Test: Bewegen Sie die geölten Stuhlfunktionen, indem Sie sich hinsetzen und in alle Richtungen bewegen. Das Quietschen sollte nun verschwunden sein.
Tipps und Tricks
  • Reklamation: Quietscht Ihr neuer Bürostuhl direkt nach dem Kauf, ist dies ein Reklamationsgrund. Senden Sie den Drehstuhl an den Händler zurück und lassen Sie sich einen neuen zuschicken. Rufen Sie am besten Ihren Händler an. Vielleicht ist dieser kulant und holt den Bürostuhl (oder Gaming Stuhl) bei Ihnen zuhause ab. Sie können alternativ auch Ihr Geld zurückverlangen.
  • Garantie: Manche Hersteller bieten beim Kauf eine Herstellergarantie an, die sie verpflichten, innerhalb des Garantiezeitraums defekte Teile auszutauschen oder zu reparieren. Ist die Garantie abgelaufen, können Sie dennoch beim Hersteller nachfragen, welche Service-Möglichkeiten bestehen.
  • Schrauben: Lockere Schrauben können auch Quietschgeräusche von sich geben. Ziehen Sie sie fest an und es herrscht schnell wieder Ruhe im Büro.
  • Reinigung: Wenn Sie schon einmal dabei sind, sollten Sie Ihren Bürostuhl reinigen. Wenn Sie ihn regelmäßig pflegen, sieht er auch nach vielen Jahren wie neu aus. Entfernen Sie regelmäßig Schmutz aus den Ritzen, damit der Bürostuhl nicht riecht. Beachten Sie die Reinigungshinweise in der Bedienungsanleitung.
  • Stuhlgleiter: Sollte Ihr Bürostuhl Standbeine statt Rollen besitzen, können Sie Stuhlgleiter aus Filz anbringen. Wenn Sie den Schreibtischstuhl verschieben, ist dies leise und stört auch nicht die Untermieter.

Verschleiß ist nach vielen Jahren normal. Laut der Abschreibungstabelle des Finanzamts halten Bürostühle durchschnittlich 13 Jahre. Dies ist weitaus länger als andere Gebrauchsgegenstände. Achten Sie immer darauf, die empfohlene Maximalbelastung nicht zu überschreiten. Bei einer Überlastung gehen Bauteile schneller defekt und Sie müssen Ihren Bürostuhl austauschen oder ihn entsorgen.

Entscheiden Sie sich von Anfang an für einen hochwertigen Bürostuhl, der über viele Jahre geräuschfrei bleibt und keine Kratzer im Parkett oder Laminat verursacht.

3. Holzstuhl quietscht – was tun?

Holzstuhl quietschtHolz arbeitet, und das besonders zur warmen und kalten Jahreszeit. Bei häufigen Temperaturschwankungen kann es vorkommen, dass sich das Holz verzieht.

Bei einer hohen Luftfeuchtigkeit lässt die Wirkung des Leims nach. Sitzt das Stuhlbein nicht mehr fest, knarren und knacken zwei Holzflächen aufeinander.

So reparieren Sie Ihren Holzstuhl:

  1. Zerlegen: Ziehen Sie das Stuhlbein von der Sitzunterseite ab.
  2. Säubern: Entfernen Sie eingetrockneten Leim aus der Steckverbindung, damit der neue Leim am Holz haften kann.
  3. Leimen: Tragen Sie Holzleim auf die Steckverbindung zwischen Stuhlbein und Sitzunterteil auf, z.B. PU-Kleber für Holz.
  4. Einstecken: Drücken Sie das geleimte Stuhlbein zurück in den Sitz. Entfernen Sie überschüssigen Leim, der aus der Seite quillt, mit einem feuchten Tuch.
  5. Verstärken: Bei Bedarf schrauben Sie Gelenkscharniere an, um die Bauteile noch stärker zu fixieren.
  6. Spannzwingen: Stellen Sie den Holzstuhl auf und belasten Sie Ihn mit Gewicht auf der Sitzfläche. Wenn vorrätig, können Sie die Bauteile auch mit Spannzwingen fixieren. Lassen Sie den Leim für einen Tag trocknen.
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Kommentare

    1. Hallo Franzi,

      danke für deinen Kommentar. Das Gute ist, es kostet nicht einmal etwas. Besser als sich direkt einen neuen Bürostuhl kaufen zu müssen.

      Viele Grüße
      Kevin

  1. Hi Kevin, danke für die guten Tipps. Ich komme von deinem Youtube-Video, um nochmal alles im Detail nachzulesen. Bei mir hat der Stuhl beim hoch- und runterfahren permanent gequietscht. Da es mich immer mehr von der Arbeit abgelenkt hat, habe ich meinen Vitra-Stuhl etwas näher untersucht. Ohne dein Video wäre ich nicht auf die Idee gekommen, dass es an der Gasdruckfeder liegt. Zwei Mal nacheinander ölen hat schlussendlich geholfen und jetzt quietscht nichts mehr. LG aus Mainz, Marko

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